Weibliche Intuition als Karrieremotor: Warum Patrizia Schippert überzeugt ist, dass Immobilien „Frauensache“ sind

Weibliche Intuition als Karrieremotor: Warum Patrizia Schippert überzeugt ist, dass Immobilien „Frauensache“ sind

Die Immobilienbranche gilt oft als Haifischbecken: Harte Verhandlungen, Ellenbogenmentalität und rationale Zahlen dominieren das Bild. Doch dieses Bild wandelt sich – und Frauen wie Patrizia Schippert sind die treibende Kraft dahinter. Die Geschäftsführerin der PS Home GmbH aus Roßdorf beweist, dass Erfolg nicht durch Härte entstehen muss, sondern durch Verständnis, Zuhören und emotionale Intelligenz wachsen kann.

Als dreifache Mutter, engagierte Investorin und Unternehmerin jongliert sie täglich zwischen Familie und Business, ohne dabei ihre Leichtigkeit zu verlieren. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, warum Frauen oft die besseren Krisenmanagerinnen sind, wie man als „Mompreneur“ den Kopf oben behält und warum gerade in sensiblen Lebensphasen wie Scheidungen oder Erbschaften der „weibliche Blick“ unverzichtbar ist. Ein Gespräch über Mut, Empathie und die Kraft der Sanftheit in einer harten Branche.

Freundin24: Frau Schippert, Hand aufs Herz: Die Immobilienwelt wirkt oft noch sehr männlich dominiert. Fühlen Sie sich als Maklerin manchmal als Exotin oder nutzen Sie das bewusst als Vorteil?

Patrizia Schippert: Es ist tatsächlich immer noch eine Welt, in der viele Männer unterwegs sind. Einer meiner stärksten Wettbewerber hier in der Region ist zum Beispiel ein klassischer Bauingenieur. Wir verstehen uns gut, aber wir unterscheiden uns massiv. Er ist der Mann, ich bin die Frau – und das merkt man in der Herangehensweise . Ich erlebe oft, dass männliche Kollegen eher radikal vorgehen oder sehr technisch argumentieren. Ich hingegen setze auf Feingefühl. Und genau das wird immer mehr gesucht. Ich würde sogar sagen: Ja, ich nutze es als Vorteil. Es gibt viele Kunden, gerade Frauen, die explizit nach einer Maklerin suchen. „Frauen gehen gerne zu Frauen“, das ist eine Erfahrung, die ich immer wieder mache. Man spricht eine ähnliche Sprache, die Hemmschwelle ist niedriger.

Freundin24: Würden Sie sagen, dass Frauen anders verhandeln oder verkaufen als Männer?

Patrizia Schippert: Absolut. Wir hören oft besser zu. Viele Verkäufer, die von männlichen Kollegen kommen, fühlen sich dort manchmal überfahren. Bei mir geht es erst einmal darum, den Menschen zu verstehen. Ich hatte Kunden, die sagten mir ganz offen: „Bei dem anderen Makler habe ich mich nicht wohlgefühlt, der war mir zu radikal“. Mein USP ist Geduld und das Aushalten von schwierigen Emotionen. Ich gehe nicht in den Termin und sage: „Das Haus ist das wert, basta.“ Ich schaue mir die Situation an. Wer verkauft hier? Warum wird verkauft? Ich glaube, Frauen haben oft eine feinere Antenne für die Zwischentöne. Und genau diese Zwischentöne entscheiden am Ende oft über den Abschluss.

Freundin24: Das klingt fast ein wenig nach Psychologie. Werden Sie manchmal zur Therapeutin Ihrer Kunden?

Patrizia Schippert: Öfter, als man denkt! (lacht). Es ist wirklich erstaunlich. Menschen kommen zu mir, um ein Haus zu verkaufen, und nach einer halben Stunde schütten sie mir ihr Herz aus. Sie erzählen mir von ihren Lebensproblemen, von Ängsten, von familiären Konflikten. Oft sagen sie dann völlig verblüfft: „Ich weiß gar nicht, warum ich Ihnen das jetzt alles erzähle“ . Aber genau das ist der Punkt: Wenn sich Menschen öffnen, vertrauen sie dir. Und Vertrauen ist die Basis für jedes Geschäft. Ich gebe dann auch gerne mal Lebenstipps oder versuche, eine neue Sichtweise aufzuzeigen. Ich bin zwar noch jung an Jahren, aber durch meine Arbeit und mein Leben habe ich viel gesehen. Ich sehe mich da durchaus als Mentorin, die hilft, den Knoten im Kopf zu lösen, damit der Weg für den Verkauf frei wird.

„Wir Frauen neigen oft dazu, unser Licht unter den Scheffel zu stellen. Dabei ist unsere Empathie keine Schwäche, sondern unsere stärkste Währung im Business. Wenn ein Kunde spürt, dass ich ihn als Mensch sehe und nicht nur als Provision, dann habe ich ihn gewonnen – und zwar langfristig.“

Freundin24: Sie sprachen vorhin Ihre Familie an. Sie haben drei Kinder, die jüngste ist fünf Jahre alt, und Ihr Mann ist ebenfalls selbstständig. Wie managt man ein wachsendes Unternehmen und eine Großfamilie, ohne durchzudrehen?

Patrizia Schippert: Mit Organisation und dem richtigen Mindset. Natürlich ist die Zeit knapp, wenn man drei Kinder hat. Ich kann nicht rund um die Uhr arbeiten wie vielleicht ein Single. Aber das zwingt mich dazu, effizient zu sein. Ich mache die Dinge, wenn sie anstehen, und ich mache sie mit einer gewissen Leichtigkeit. Ich glaube, das ist mein Geheimnis: Ich habe eigentlich nie schlechte Laune. Stress entsteht oft im Kopf, wenn man sich gegen die Situation wehrt. Ich nehme es, wie es kommt. Außerdem engagiere ich mich noch ehrenamtlich als Vorstand im Kindergarten meiner Tochter. Das klingt nach noch mehr Arbeit, aber es erdet auch. Man lernt dort Führung noch einmal ganz anders.

Freundin24: Inwiefern?

Patrizia Schippert: Man lernt, dass die meisten Menschen Führung wollen und brauchen. Das ist im Kindergarten so, das ist bei meinen Kindern so, und das ist interessanterweise auch bei meinen erwachsenen Kunden so. 90 Prozent der Menschen sind dankbar, wenn jemand da ist, der sagt: „Hier geht es lang, das ist der sichere Weg“. Viele fühlen sich verloren in ihren Problemen. Als Mutter und Unternehmerin bin ich es gewohnt, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Sicherheit strahle ich aus, und das gibt meinem Gegenüber ein gutes Gefühl. Ich nehme die Last von ihren Schultern.

Freundin24: Ein großes Thema für viele Frauen ist finanzielle Unabhängigkeit. Sie sind nicht nur Maklerin, sondern auch Investorin. Was raten Sie Frauen, die sich vielleicht noch nicht an das Thema Immobilien oder Geldanlage herantrauen?

Patrizia Schippert: Einfach machen und sich trauen, Fragen zu stellen! Ich habe selbst eine Investorenausbildung gemacht und besitze eigene Objekte, die ich saniere und vermiete. Ich habe gerade erst meine vierte Sanierung abgeschlossen und eine Gewerbeeinheit umgenutzt. Das ist keine Raketenwissenschaft, aber man muss sich damit beschäftigen. Ich erlebe oft, dass Frauen sehr sicherheitsbedürftig sind. Aber Immobilien bieten ja Sicherheit, wenn man es richtig macht. Ich berate auch gerne Investorinnen oder solche, die es werden wollen. Ich zeige ihnen: Schau mal, so rechnet sich das, so funktioniert eine Sanierung. Man muss sich nicht von Handwerkern einschüchtern lassen. Ich koordiniere auf meinen Baustellen auch die Elektriker und Maler. Wenn man kompetent auftritt und weiß, was man will, wird man auch respektiert – egal ob Mann oder Frau.

Freundin24: Ihr Fokus liegt oft auf „schwierigen“ Immobilien, also Objekten aus Scheidungen oder Erbstreitigkeiten. Warum tun Sie sich diesen Stress an?

Patrizia Schippert: Weil ich dort am meisten bewirken kann. Ich bin diejenige, die Ruhe reinbringt. Ich hatte einen Fall, da konnten sich die Eheleute nicht einmal mehr beim Notar treffen. Da war so viel verletzte Eitelkeit und Wut im Spiel. Ein Mann hätte da vielleicht gesagt: „Klärt das, dann ruft mich an.“ Ich habe mich dazwischen gestellt, habe vermittelt, habe beiden Seiten zugehört. Am Ende haben wir verkauft. Das erfüllt mich. Es ist schön zu sehen, wenn man Menschen helfen kann, ein schwieriges Kapitel zu schließen und neu anzufangen. Mein Ziel ist es, dass am Ende alle sagen: „Zum Glück hatten wir Frau Schippert, die hat das für uns gelöst.“

Freundin24: Zum Abschluss: Was ist Ihre Vision für die Zukunft? Wo sehen Sie sich und die PS Home GmbH in fünf Jahren?

Patrizia Schippert: Ich möchte weiter wachsen, aber organisch. Ich plane, eine Mitarbeiterin einzustellen, die mich unterstützt, damit wir noch mehr Menschen in der Region helfen können. Aber mir ist wichtig, dass die persönliche Note bleibt. Ich will keine anonyme Großkanzlei werden. Ich möchte die Ansprechpartnerin bleiben, die man anruft, wenn man nicht mehr weiterweiß. Und ich möchte weiterhin zeigen, dass man Erfolg haben kann, ohne seine Menschlichkeit an der Garderobe abzugeben. Business darf leicht sein, und es darf Spaß machen. Das ist mein Weg.

Freundin24: Ein wunderbares Schlusswort. Vielen Dank, Patrizia Schippert, für dieses inspirierende Gespräch!

Sie suchen eine Immobilienmaklerin, die Sie nicht nur als Kunden, sondern als Menschen sieht? Die Ihre Sprache spricht und auch in stürmischen Zeiten den Kurs hält?

Egal ob Sie verkaufen, kaufen oder investieren wollen – melden Sie sich bei Patrizia Schippert und der PS Home GmbH für ein Kennenlernen auf Augenhöhe.

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