Pflege ist in den Schlagzeilen oft ein Synonym für Zeitdruck, Personalmangel und Überlastung. Dass es auch ganz anders geht, beweist Nicole Tobias. Mit ihrem spezialisierten Unternehmen für außerklinische Intensivpflege geht sie einen Weg, der nicht nur für die Patienten, sondern vor allem auch für die Mitarbeiter vieles zum Positiven verändert. Wir haben uns ausführlich mit ihr unterhalten – über die Vorteile des Schichtsystems für Mütter, die Arbeit mit schwerstkranken Kindern und das gute Gefühl, im Job wieder wirklich helfen zu können.
Der Unterschied: Zeit statt Stoppuhr
Freundin24: Frau Tobias, wenn man heute mit Pflegekräften spricht, hört man oft von Frust über den Minuten-Takt. Sie sagen ganz selbstbewusst, bei Ihnen läuft das anders. Wie sieht der Arbeitsalltag beim Pflegedienst Nicole Tobias konkret aus?
Nicole Tobias: Das Wichtigste vorweg: Bei uns gibt es kein Gehetze und kein Rennen über die Flure. In der klassischen ambulanten Pflege oder im Krankenhaus diktiert oft die Uhr den Takt. Bei uns steht die individuelle Betreuung im Fokus. Unsere Mitarbeiter betreuen schwerstkranke Menschen, oft in einer 1-zu-1-Situation oder in kleinen Schlüsseln in unseren Wohngruppen. Das bedeutet: Sie haben Zeit. Zeit, sich wirklich um den Menschen zu kümmern, anstatt nur Listen abzuhaken.
Freundin24: Das klingt nach einem Traum für viele gestresste Fachkräfte. Aber „Intensivpflege“ klingt auch sehr technisch. Schreckt das Bewerber nicht manchmal ab?
Nicole Tobias: Respekt vor der Aufgabe ist gut, aber Angst muss niemand haben. Natürlich betreuen wir Menschen, die intensivpflichtig sind, also zum Beispiel beatmet werden oder ein Tracheostoma haben. Das erfordert Fachwissen. Aber wir suchen vor allem Menschen mit Herz. Wer das nötige Fachexamen mitbringt, ist bei uns willkommen. Spezielle Erfahrung in der Intensivpflege ist natürlich toll, aber kein absolutes Muss – man wächst da rein.
Work-Life-Balance: Warum 12-Stunden-Dienste Familien helfen können
Freundin24: Viele unserer Leserinnen versuchen, den Spagat zwischen Familie und Beruf zu meistern. In der Intensivpflege sind 12-Stunden-Dienste üblich. Das klingt erst einmal lang. Wie passt das zusammen?
Nicole Tobias: Es klingt paradox, aber viele Mütter in unserem Team schätzen genau dieses Modell. Wer 12 Stunden arbeitet, hat weniger Arbeitstage im Monat, um auf seine Stunden zu kommen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Man hat mehr Tage am Stück frei. Man kann den Alltag oft besser planen als im geteilten Dienst der ambulanten Pflege, wo man morgens und abends los muss und dazwischen kaum zur Ruhe kommt. Bei uns ist man an den Arbeitstagen voll da, aber an den freien Tagen gehört die Zeit dann wirklich der Familie.
Selbstbestimmung als Arbeitsprinzip
Freundin24: Sie betonen oft das Thema Selbstbestimmung. Was bedeutet das für Ihre Mitarbeiter im täglichen Dienst?
Nicole Tobias: Im Krankenhaus gibt es starre Abläufe. Bei uns gibt der Klient den Tagesablauf vor. Wenn ein Patient ausschlafen möchte, dann wird er eben nicht morgens um 7 Uhr geweckt und gewaschen, nur weil es im Plan steht. Unsere Mitarbeiter müssen nicht diesen typischen „Klinikstress“ verbreiten, sondern ermöglichen einen Alltag, der so normal wie möglich ist. Das entspannt auch die Arbeitssituation für die Pflegekraft enorm. Man arbeitet nicht gegen den Rhythmus des Patienten, sondern mit ihm.
Arbeiten, wo andere sich zuhause fühlen
Freundin24: Sie sprachen vorhin von Ihren Wohngruppen. Viele stellen sich darunter vielleicht ein klassisches Pflegeheim vor. Wie wohnen und arbeiten Sie dort?
Nicole Tobias: Das hat mit einem Pflegeheim wenig zu tun. Unsere Wohngruppen bieten ein häusliches Umfeld. Stellen Sie sich vor, Sie kommen in eine Wohnung, wo jeder sein Zimmer individuell gestaltet, aber im Hintergrund ist rund um die Uhr medizinische Sicherheit da. Das ist auch für die Angehörigen extrem wichtig. Unser Ziel ist es, dass die Familie wieder Familie sein kann – Ehefrau, Kind oder Enkel – und nicht mehr der Pfleger sein muss. Diese emotionale Entlastung zu spüren, ist auch für unsere Mitarbeiter ein tolles Gefühl.
Herzenssache: Die Arbeit mit den Kleinsten
Freundin24: Neben der Erwachsenenpflege betreuen Sie auch schwerstkranke Kinder, etwa in Berlin oder Dresden. Das stelle ich mir emotional besonders fordernd vor.
Nicole Tobias: Das stimmt, die Arbeit in der Kinderintensivpflege ist etwas ganz Besonderes. Wir nennen das oft unsere „Bärenfamilie“. Hier geht es nicht nur um Medizin, sondern darum, Kindern trotz schwerer Erkrankung eine Kindheit zu ermöglichen. Unsere Mitarbeiter werden hier oft Teil der Familie. Sie begleiten in die Schule, in den Kindergarten oder in den Urlaub. Es ist eine sehr intensive, aber auch unglaublich dankbare Aufgabe. Man bekommt von den Kindern so viel zurück. Wer ein großes Herz hat und fachlich fit ist, findet hier eine absolute Erfüllung.
Hier werden Sie gebraucht: Von Sachsen bis Berlin
Freundin24: Wo genau suchen Sie denn aktuell Verstärkung für Ihre Teams?
Nicole Tobias: Wir wachsen stetig und suchen eigentlich immer engagierte Fachkräfte. Aktuell haben wir besonders spannende Möglichkeiten, zum Beispiel in unseren Wohngruppen in Radeberg und Mahlow. Aber auch in Strausberg und Berlin-Wedding suchen wir Personal, um unsere Teams zu verstärken. Sogar in Zwickau sind wir aktiv. In Radeberg haben wir beispielsweise ganz neue Kapazitäten, wo man als Mitarbeiter auch noch Dinge mitgestalten kann.
Freundin24: Was sagen Sie einer Pflegekraft, die vielleicht schon länger aus dem Job raus ist oder nur Erfahrung in der Altenpflege hat und sich unsicher ist?
Nicole Tobias: Trauen Sie sich! Wir werfen niemanden ins kalte Wasser. Wir haben Mentoren und eine intensive Einarbeitung. Technik kann man lernen – Empathie hat man. Wir sind kein anonymer Konzern, ich bin selbst oft vor Ort und ansprechbar. Wir schauen gemeinsam, welcher Arbeitsplatz – ob in der 1:1-Versorgung oder in der Wohngruppe – am besten zu Ihrem Leben passt.
Freundin24: Hand aufs Herz: Pflege ist körperlich und psychisch anstrengend. Was ist Ihr persönlicher Antrieb – und der Ihres Teams?
Nicole Tobias: Wir nutzen oft den Satz: „Wir lieben, was wir tun“. Und das meinen wir ernst. Wenn wir sehen, dass ein schwerstkranker Mensch in einer unserer Wohngruppen aufblüht, weil er keine Angst mehr haben muss, dann gibt das unglaublich viel zurück. Wir bieten einen sicheren Arbeitsplatz mit Sinn.
Freundin24: Vielen Dank für das offene Gespräch, Frau Tobias!
Lust auf Veränderung? Sie sind examinierte Pflegekraft und möchten in einem Team arbeiten, das sich Zeit für Pflege nimmt?
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